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Fräulein Karoline wird ihrem Herzen folgen, ſagte Lornſen. 8
Ihrem Herzen! widerholte der Staatsrath ſpöttiſch. Meinen Sie? Das Herz iſt das wandelbarſte Ding, ein Mädchenherz ein Sack voll Thorheiten. Ich kenne jedoch Lina beſſer. Das bloße Empfindeln und in Liebesnoth dumme Streiche machen, hat keine Ge⸗ walt über ſie. Das werden Sie auch von ihr glau⸗ ben, lieber Freund, daß ſie nicht vergeſſen kann, wer ſie iſt und wohin ihr Weg geht. Einem unterge⸗ ordneten Menſchen kann Lina ſich niemals leichtſin⸗ nig verzetteln, um Schande und Reue über ſich und mich zu bringen. So bin ich denn ganz ruhig, ganz ſicher und kümmere mich nicht im geringſten um die kleinen Betiſen des Lebens. Ich überlaſſe es ihr ge⸗ troſt über ſich zu beſtimmen, ich weiß, daß ich es kann. Apropos, haben Sie Kammerherr Branden geſehen.
Lornſen verneinte es.
Der hat mit ſeiner Erbſchaft viel zu thun, lachte Hammerſteen. Ein trefflicher Mann voll Gemüth und Talent, und dabei jetzt ſehr vermögend, im Stande allen ſeinen Neigungen zu folgen. Geburt und Geld, lieber Lornſen, das ſind die Genien, die eines Menſchen Leben umſchweben müſſen, wenn er


