Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nach einer halben Stunde trat er in ſeine Wohnung. Frau von Seehauſen kam ihm im vollen Schmuck ent gegen. Ein Kranz von Roſen und Goldblättern prangte in ihrem Haar, Goldſtaub flimmerte in ihren Locken; weite, zarte Gewänder funkelten und blitzten um ſie her.

Da biſt Du endlich! rief ſie ihm entgegen.Es iſt die höchſte Zeit.

Allerdings, die höchſte Zeit, erwiderte er.Biſt Du fertig, Engel?

Längſt, mein Männchen. Gefalle ich Dir?

Allerliebſt. Aber weißt Du es ſchon?

Was meinſt Du?

Allerlei, ſagte er, ſich in einen Stuhl ſtreckend.Es iſt rauhes Wetter draußen, eine ganz fatale Luft, die ich nicht ertragen kann, dazu Regen.

Wir müſſen eilen, antwortete die hübſche Frau, oder wir kommen zu ſpät.

Bah! ſagte er, ſeine Uhr herausziehend,wir haben noch Zeit. Warte einen Augenblick, mein Engel. Er fing an zu lachen.

Warum lachſt Du? fragte ſie.

Ueber den närriſchen Reichenbach. Er hat ſich auf Reiſen begeben.

Das iſt eine ſchlechte Zeit dazu.

Allerdings, aber es reiſt jetzt Alles. Auch mein geliebter Vetter Richard reiſt noch heut mit ſeiner holden Braut.