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„Allerdings!“ rief Herr Frohlieb.„Das iſt es ja eben, er hat kein Herz, denn wenn er dieſes hätte, würde er auf⸗ treten, wie es ein Mann thut, und ihr Reſpect beibringen. Aber ich will Dir was ſagen, Mama, wenn Du es etwa noch nicht wiſſen ſollteſt.“— Herr Frohlieb trat dicht heran, beugte ſich vorn über und legte den Fingen an ſeine Naſe, indem er fürchterliche Weisheitsfalten zog.—„Dieſer Wilhelm, unſer einziger, lieber Sohn, unſer Fleiſch und Blut: er iſt ein Pinſel! Ja, meiner Seele, ein Pinſel von oben bis unten! Ein Pinſel!“ ſchrie er aus Leibeskräften. „Mein Sohn, es iſt ein Unglück, aber ich kann mir nicht helfen, es muß heraus: ein Pinſel, Mama, ein Pinſel!“
„Aber Daniel!“ rief die kleine Frau, ihre Hände rin⸗ gend und Thränen in den Augen,„wie kannſt Du denn ſo hart und unmenſchlich ſein! Bedauern ſollteſt Du ihn, daß er ſich unglücklich macht.“
„Wie ſo unglücklich!“ ſchrie Herr Frohlieb, ſich auf die Bruſt ſchlagend.„Wenn ich es wäre, großartig würde ich daſtehen, glücklich ſein, wie ein Engel im Himmel. Feſt muß ein Mann aufklopfen, Grundſätze muß er haben, und dieſe Grundſätze gegen die ganze Welt vertheidigen. Aber er iſt wie ein Lappen, Mama, Jeder kann ihn zuſammen⸗ wickeln und in die Taſche ſtecken; Alles läßt er ſich gefallen; kein Muth, keine Kraft, kein Saft iſt vorhanden, nichts iſt


