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Täuschung und Wahrheit : eine Geschichte aus dem Leben / von Th. Mügge
Entstehung
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bleiche, ſtille Geſicht, das plötzlich bei ſeinem Anblick Farbe und Leben erhielt.

Er ſtand vor ihr, und hielt ihre beiden Hände. Julie! ſagte er, mit äußerſter Ruhe und Kraft,ich bin des Schickſals Bote. Gott ſei Dank, daß ich es bin.

Sie ſah ihn wortlos an und las in ſeinen Augen.

Dein Vater! fuhr er fort.

Was iſt mit meinem Vater?

Er hat Dich verlaſſen auf immer verlaſſen aber ich, Julie ich bin bei Dir bereit, Alles mit zu tragen, was Dich trifft.

Ohne Regung, kalt und ſtill lehnte ſie ſich an ihn. Ihre Hände und Lippen zitterten, aber ihre Faſſung verließ ſie nicht.Er iſt todt! flüſterte ſie.

Wilhelm ſchwieg.

Was weiter? fragte ſie.

Wirſt Du es hören können? Doch es muß ſo ſein. Er iſt todt, um der Schande zu entgehen. Er hat nicht recht gehandelt, Julie, weder an ſich, noch an Dir, noch an ſeiner Ehre!

Sie hörte ihn an, ohne eine Bewegung zu machen. Ein tiefer Seufzer rang ſich aus ihrer Bruſt; maſchinen⸗ artig, ſeelenlos ſagte ſie dann:So ſind denn alle Opfer vergebens geweſen. Was ich ahnte, hat ſich erfüllt.

Was Du ahnteſt, arme Julie?.