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mein armer Junge etwa gar an einer Herzkrankheit leiden? — Das wäre ja fürchterlich! Wiſſen Sie kein Mittel, Thereschen, wie er geheilt werden kann?“
Er brach in ein luſtiges Gelächter aus, indem er auf die junge Frau losſprang, die ihm ihren Muff abwehrend entgegen hielt, doch ebenfalls lachte und bei der kleinen Frau Schutz ſuchte.
„Wenn ich Alles bedenke, ſo muß ich Ihnen Recht geben!“ ſchrie Herr Frohlieb dabei,„es muß das Herz ſein, obwohl ich von ſolchen Krankheiten nicht viel mehr verſtehe, da es etwas lange her iſt, wo ich ſelbſt einmal daran ge⸗ litten habe. Aber geben Sie Acht, beſte, werthgeſchätzte Frau, ich werde Ihnen meine Beobachtungen aufzählen. Erſtens hat Wilhelm ſeit längerer Zeit ſchon keinen Appetit mehr, dann ſitzt er oft da, als ſähe und höre er nicht. Wenn Andere lachen, ſieht er aus, als hätte er Zahn⸗ ſchmerzen, und wenn eine rührende Geſchichte, ein ſchauder⸗ volles Unglück erzählt wird, fängt er an ſich zu erheitern und fragt nach Dingen, von denen gar nicht die Rede war. Dabei vergißt er Alles, während er ſonſt ein merkwürdiges Gedächtniß hatte, und wenn er etwas erzählt, bricht er zu⸗ weilen plötzlich ab, verwirrt ſich, verliert den Faden, wird ſtumm, ſieht auf einen Fleck und— es iſt meiner Seele wahr!— fängt an zu ſeufzen: Ach! ohl! ah! Ich habe es ſelbſt gehört, wie er ſeufzt, kläglich wie ein Wurm.


