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Täuschung und Wahrheit : eine Geschichte aus dem Leben / von Th. Mügge
Entstehung
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Madame Petermann ſteckte die Hände in ihren Zobel⸗ muff, beugte ihr hübſches Geſicht unter die breiten, ſchwar⸗ zen Kanten ihres Sammethutes und lächelte die kleine, dicke Frau an, welche neben ihr auf dem Sopha ſaß.Ihr

Herr Gemahl iſt doch immer ſpaßhaft, ſagte ſie,er ver⸗ liert niemals ſeine gute Laune.

Er hält ſich immer noch halbweg gerade genug, antwortete die kleine Frau, indem ſie ihren Mann wohlge⸗ fällig anſah.

Herr Frohlieb hielt ſich jedoch eben jetzt nicht beſon⸗ ders gerade, ſondern ſtand vor den beiden Damen, den Oberleib weit vorgebeugt, und ſeine rechte Hand mit der Cigarre, welche in einem goldigen Porzellanpfeifchen ſteckte, beſchrieb einen weiten Bogen zu einer unterthänigen Huldi⸗ gung. Er war gewiß ſchon in ziemlich hohem Lebensalter, was die Falten in ſeinem Geſicht und der Verluſt ſeiner Zähne genugſam ankündigten. Allein, obwohl ſein Mund eingefallen und ſein Kinn vorgeſchoben war, hatte er doch noch etwas Jugendliches und Bewegliches behalten. Dies bewirkte nicht ſowohl die braune, lockige Perrücke, welche ſein Haupt bedeckte, auch nicht der magere nach innen bieg⸗ ſame Körper, ſondern weit mehr thaten es die lebendig blickenden, lichtbraunen Augen und die luſtige Behaglichkeit,

mit welcher er umherſchaute, immer bereit zu ausdrucks⸗

vollen Geberden und Zeichen, auch immer bereit, etwas zu