Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Augenblicke über Wolter's Aeußerungen nach, und ſie fand, daß er ſich nach ſeiner Gewohnheit mit Spöttereien vergnügt hatte, die ernſthaft klingen und ſie beläſtigen ſollten.Ich werde mich aber nicht beläſtigen laſſen! rief ſie am Schluß.Was geht mich ihre Klügelei an! Iſt ſie gut, wird Eduard nichts dagegen haben; mag er thun, was ihm be⸗ liebt, ich will nichts mehr davon hören.

Mit dieſem Vorſatze wollte ſie ſich entfernen, als ſie ein Papier bemerkte, das auf dem Stuhle lag, wo Herr von Wolters geſeſſen hatte. Es war ein Brief, den ſie in ihrer Hand hielt, deſſen Auf⸗ ſchrift an den Regierungsrath lautete; doch eben dieſe Aufſchrift ließ ihr keinen Zweifel, daß Trifels ihn geſchrieben hatte. Der Brief war offen, Herr von Wolters mußte ihn in der Taſche gehabt und mit dem Taſchentuche heraus geriſſen haben. Einige Minuten lang hielt die Braut das Papier in der Hand, dann richteten ſich ihre Augen forſchend nach der Thür, und ſie warf ihren Fund raſch von ſich, als ſie Jemanden kommen hörte. Es war jedoch Täuſchung, und als ſie deſſen gewiß war, verrann auch ſogleich die Gewiſſens⸗Mahnung, welche ihr ge⸗ ſagt hatte, daß ſie Unrechtes thun wolle. Sie hob den Brief wieder hervor und ſagte zu ihrer