Teil eines Werkes 
2. Band (1856)
Entstehung
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Halten Sie Sich nicht auf, Herr Niedlich, ſagte der Regierungsrath.Ueber ein ſolches Ge⸗ miſch von Eitelkeit, Böswilligkeit und Thorheit muß man kein Wort verlieren. Ich habe genug daran.

Unterſtehen Sie Sich nicht, je wieder in meine Nähe zu kommen! ſiel Herr Niedlich ein.Ein Menſch wie eine Vogelſcheuche, der nichts hat und nichts iſt, will den Tugendhaften ſpielen und iſt ſo unſinnig, zu glauben, eine junge, reiche, vornehme Dame könnte ſich in ihn vergaffen Er ſchlug ein ſchallendes Gelächter auf, gewann aber raſch die Thür und ſuchte eilig die Treppe, denn es war ihm vorgekommen, als wollte der verrückte Menſch ihm nachſpringen. Es geſchah jedoch nichts dergleichen: wohlbehalten langte Herr Niedlich unten und ging mit ſeinem Begleiter, welcher eine Zeit lang kein Wort ſprach, durch die kothigen Gaſſen.

Endlich aber öffneten ſich doch die Schleuſen ſeines Zornes:Dieſer Lump, dieſer Bettler! rief er,ſchlechter als ich, Sie alſo noch ſchlechter als ich! Er kann mich freilich nicht beleidigen, aber ich will es ihm doch eintränken.

Sie ſehen, Herr Niedlich, erwiederte der Re⸗ gierungsrath,daß ich als Ihr Comparativ verpflich⸗ tet bin, Sie zu tröſten und zu Ruhe zu ermahnen.