1856. XV. Neues Leben. II.
Erſtes Capitel.
Herr von Trifels wurde am folgenden Morgen durch ſeinen Vetter, den Regierungsrath, aufgeweckt, der die Thür ſeines Schlafzimmers öffnete und auf der Schwelle ſtehend, mit ſeinem Stöckchen pochte.— „Da ſieht man, was ein Bräutigam für eine glück⸗ ſelige Creatur iſt!“ rief er hinein.„Statt an Herz⸗ klopfen und Schlafloſigkeit zu leiden, ruht er von aller Pein befreit, im füßen Schatten der Gewißheit.“
„Du biſt es, Rudolph,“ antwortete Trifels, ſich aufrichtend.„Ich bin ſpät nach Hauſe gekommen. Gleich bin ich bei Dir.“
Herr von Wolters trat zurück, legte ſeinen Hut auf einen Stoß Acten, der neben einem vielbenutzten Schreibpult ſich aufthuͤrmte, und ſetzte ſich auf das ziemlich harte, gelbblumige Sopha. Er lehnte ſich
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