Lippen.— Er legte das eine Bein über das andere und ſah die hübſche Tochter dabei nochmals an, doch keinesweges mehr mit der früheren Strenge, ſondern ſichtlich voll väterlicher Empfindungen und allerlei guten Gedanken. Dabei drückte er die beiden Ellbo⸗ gen auf die beiden Armlehnen des alten Stuhles, daß dieſer knackte, und die Flächen ſeiner Hände an einander haltend, blies er vergnügt die Luft über ſeine ausgeſtreckten Fingerſpitzen.
Plötzlich aber wurde dieſe angenehme Beſchau⸗ lichkeit durch ein anhaltendes und ſcharfes Geklingel unterbrochen. Es hatte Jemand die Hausthür geöff⸗ net, welche mit einer Glocke verſehen war, und dieſer Jemand ließ jetzt auf dem Flieſenpflaſter der Haus⸗ flur ſeine Schritte hören. Die Frauen horchten von ihrer Arbeit auf, und in den Augen des jungen Mädchens ſchimmerte etwas, das ihres Vaters Un⸗ muth neu anzufachen ſchien. Er ließ ſeine Hände ſinken und that einen grämlichen Blick nach ihr, dann nach dem Eingange. Dieſer Blick ſtreifte zu gleicher Zeit an der langen Wandſeite hin und haf⸗ tete dort auf einem Kaſten, welcher auf vier dicken braunen Füßen ruhte und mit einer röthlich ſchim⸗ mernden Decke umhüllt war. Der Anblick dieſes Ka⸗ ſtens mußte ſeinen Unwillen vermehren, denn eben


