Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
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Was willſt Du, Signa? fragte Grimmur aufblickend.

Was ich will? antwortete ſie.Ich will Dir ſagen, daß dieſer fremde Mann Recht hat, daß Emma Mare vor Dir flieht und daß ein Mann wie Du nicht vor der Thür ſtehen ſoll, die ihm verſchloſſen bleibt.

Meinſt Du ſo, weil Deine Thür mir nicht verſchloſſen blieb? rief Grimmur rauh.

So meine ich, ſagte ſie.Meine Thür war Dir nicht verſchloſſen! mein Herz kam Dir entgegen. Ich gab es Dir und Du nahmſt es, willſt Du es jetzt von Dir werfen, Grimmur? Du kannſt es nicht, denn wiſſe, auch unter meinem Herzen liegt etwas, was Dir und mir gehört. Sage dieſem Fremden nun, Grimmur Skalden, wen Du liebſt; ſage ihm, was er Emma Mare er⸗ zählen ſoll.

Aber Grimmur ſagte nichts. Einige Minuten lang ſtand er, die Arme über ſeine Bruſt gekreuzt, die Augen auf den Ab⸗ grund gerichtet. In ſein bleiches Antlitz ſtieg das Blut, in ſeinem Kopf arbeiteten finſtere Gedanken; er rang mit böſen und guten Mächten, die ſich in ihm um ihre Beute ſtritten. Plötzlich aber wendete er ſich um, ging mit ſtarken Schritten an Falkland vorüber und ſtieg über die Felslager hinauf.

Laß uns gehen, murmelte er,fort von dieſer Stelle.

Signa lächelte ihne nach.Komm, Grimmur, erwiederte ſie,und komm auch Du, fremder Mann, Du wirſt Emma Mare gute Nachricht bringen.

Von der Felswand, jenſeits des kleinen Thales, wo die Blu⸗ menfelder begannen, kam aber jetzt ein Anderer daher, in welchem

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