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zu ſchauen, nichts als die blendenden Eiskryſtalle, auf denen die Sonne ihre funkelnden Strahlen brach.
Das waren, wie Eduard nicht zweifeln konnte, die ſeltſamen Felſengipfel der Horungerne mit ihren mächtigen Eisfeldern; das war das Hochgebirge, von dem er gehört hatte, die Hoch⸗ fläche von mehr als fünfzig Meilen Länge, gefüllt mit rieſigen Gebirgsſtöcken, unermeßlichen Gletſchern. Kein Ton des Lebens drang in ſein Ohr, nur zuweilen glaubte er einen dumpfen Donner zu hören, den Donner ferner Lawinen oder berſtender Eismaſſen, welche von dieſen unerſteiglichen ſchrecklichen Pfeilern der Schöpfung hinabſtürzten zu eben ſo ſchrecklichen Trümmern, welche zu ihren Füßen lagen.
Eine Zeit lang vermochte Falkland ſeine Augen kaum ab⸗ zuziehen von dieſem erhabenen Gemälde, dann aber fiel ihm Grimmur ein und er ſah ihn nicht fern von ſich ſtehen und ihn erwarten. Als er ſich ihm näherte, ſchritt jener weiter, ſteilen Klippen zu, welche ſich aus dem Trümmermeere erhoben. Er wollte nicht mit ſich ſprechen laſſen und Eduard hatte Zeit, ſeine Lage zu bedenken, als er ihn zwiſchen dem Geſtein verſchwinden ſah.
Warum führte ihn Grimmur in die Wüſte? Was hatte er hier zu erwarten? Worauf ſann er?— War es eine Ge⸗ waltthat, die er in Heimlichkeit begehen wollte? Aber er hatte ſein Meſſer mit dem Ausdruck von Abſcheu von ſich geworfen und Falkland glaubte um ſo weniger, daß er ein blutiges Ende zu fürchten habe, da immer noch ein Gefühl von Achtung und⸗ Bewunderung in ihm war, das den männlichen und kühnen Eigenſchaften ſeines Gegners zu Theil wurde. Mit dieſem Gefühl
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