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von den größten, die man antrifft. Zahlreiche Spuren des Viehes, das während der Nächte um die Hütten lagert, bekundeten, daß Grimmur Skalden keine geringe Heerde beſitzen mußte, und er rühmte ſich auch deſſen, indem er ſeine Kühe, Ziegen und Schafe zuſammenrechnete. Die größte der Hütten war der Heuſtall, ausgefüllt mit einem reichen Vorrath, den Grimmur mit Wohlgefallen betrachtete. „Das zeugt von der tüchtigen, ſorgſamen Wirthſchaft,“ ſagte er;„denn hier muß während des Sommer auf's Sparſamſte und Eifrigſte geſorgt werden, daß Heu zuſammenkommt, damit die Thiere während des langen Winters nicht verhungern. Heu und trockene Blätter, ſogar Fiſchgräten und Fiſchköpfe iſt Futter für unſre Kühe, Herr Falkland; aber es macht keine geringe Mühe und Arbeit, dieſe Heuvorräthe in die Thäler hinabzu⸗ ſchaffen, denn nur auf Menſchen⸗ und Pferderücken kann es geſchehen, und dies iſt die Urſache, warum unſre Viehzucht nie⸗ mals bedeutend vorwärts kommen kann. Handel muß man treiben, der allein bringt Geld. Wer das nicht kann oder mag, wird wie unſer Freund, der Capitän, bei großem Landbeſitz doch Nichts übrig haben, ſondern im beſten Falle nur ſoviel einnehmen, wie er ausgibt.“ „Halbart Mare,“ erwiederte Eduard,„iſt, wie ich aus Ihrer Rede merke, nicht reich.“ „Gewiß nicht, verlaſſen Sie ſich darauf.“ „Aber er ſammelt für ſeine Erben.“ „Wodurch?“ fragte Grimmur. „Ei nun,“ lachte Eduard,„der ſchöne Wald vom Eide, den er nicht anrühren läßt, muß ein bedeutend Stück Geld werthe ſein. Sie verſtehen das am beſten zu würdigen, Herr Skalden.“


