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vitten wollte, Nachſicht mit ihm zu haben. Zuweilen bemerkte er, daß Grimmur ſich bückte und Etwas abpflückte, und bald ward er inne, daß zahlreiche rothe Beeren an niedern Büſchen hier wuchſen, welche den Himbeeren ähnlich ſahen. Zugleich fiel ihm ein, daß dies Moorbeeren, oder wie ſie in Norwegen heißen, Moltebeeren ſein müßten, von deren erfriſchendem Geſchmack er ſo viel gehört hatte. Und in der That war es ſo. Die köſtlichen Beeren mit ihrer erfriſchenden Säure, das einzige Labſal ermat⸗ teter Wanderer in dieſen wilden Einöden, ſtärkten ihn außer⸗ ordentlich. Seine Schritte wurden ſchneller, der quälende Durſt hörte auf, ſtatt deſſen aber fühlte er den heftigſten Unwillen gegen Grimmur, der ihn zwar fortgeſetzt zu neuen Anſtrengungen angetrieben, aber von der labenden Moltebeere kein Wort geſagt hatte. Grimmur hielt auch nicht eher ein und erwartete ihn, bis Falkland faſt mit ihm zugleich den höchſten Theil des Weidege⸗ bietes erreichte, wo nun vor ihnen in einiger Entfernung am Rande eines Geſenkes, in welchem ein Bach brauſte, drei oder vier Sennhütten lagen.
„Oho!“ rief er ihm entgegen,„wie gefällt Ihnen das, Herr Falkland? Sie danken Ihrem Gott, daß er Sie zu keinem Hofbeſitzer am Lyſterfjord machte; iſt es nicht ſo?“
„Ich könnte vielleicht noch Einer werden, Herr Skalden?“
„Meinen Sie?“ lachte Grimmur.„Dann würden ſie oft hier hinauf müſſen. Es iſt ein hartes Leben, Herr, unpaſſend zu weichen Händen und Füßen.“
„Auch die weichſten Hände können hart werden“, antwortete


