aus, ſein ungezwungenes Weſen und ſeine Art zu ſprechen zeig⸗ ten an, daß er ein Mann ohne Rückhalt und ohne viele For⸗ men ſei, oder es verſchmähe, dafür gelten zu wollen.— Sein deutſcher Gefährte war dagegen zuvorkommend und höflich wie Deutſche ſind, die eine zeitgemäße Erziehung erhalten haben, Ton und Farbe der guten Geſellſchaft kennen und immer wiſſen was ſich ſchickt. Es war ein junges Blut, aufrichtig und gemüthlich und von ganzem Herzen froh, hier zufällig einen Begleiter zu finden, der gut Deutſch verſtand und den er recht viel fragen und ihm recht viel vertrauen konnte.
Nach einer ganzen Reihe verſchiedenartiger Erörterungen über Land und Leute, Seereiſe und kleine Begebniſſe, ſagte der Norman:„Sie wollen Norwegen kennen lernen und thun wohl daran, es nicht zu machen wie die meiſten Fremden, die bis Chriſtiania hinauffahren, ſtatt hier im ſchönſten Theile meines Vaterlandes zu landen.“
„Iſt dies der ſchönſte Theil Ihres Vaterlandes?“ fragte der Deutſche.
„Sind Buchen- und Eichenwälder, milde Berge und Thäler mit prächtigen Matten, Fruchtbäumen und Fruchtfeldern nicht ſchön?“ erwiederte der junge Mann.„Sogar Weizen wächſt hier an manchen Orten.“
Der Deuſche lachte.„Man hat mir ſchon in Kopenhagen erzählt,“ ſagte er,„daß die Norweger ihre wenigen fruchtbaren Gegenden den Fremden ganz beſonders anpreiſen, während es dieſen ſchwerlich um das zu thun ſein kann, was ſie zu Hauſe weit beſſer haben. Wer hierher kommt, will ſicher keine Weizen⸗
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