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E⸗ mögen jetzt wohl mehr als zwanzig Jahre vorüber ge⸗ gangen ſein, als ein großes Boot von ſechs Rudern, mit einer Halbkajüte verſehen, an der Küſte des Norwegiſchen Hochlandes hinfuhr, das jenſeits des großen Weſtfjords und des Polarkreiſes, bis nach dem Nordkap hinauf, ein wildes Labyrinth von Felſen, Inſeln, Inſelbrocken und zahlloſen Sunden und Meeresarmen dar⸗ ſtellt, welche tief in den Schooß der Gebirge und Klüfte dringen.
Damals konnte man noch nicht, wie jetzt, mit dem Regie⸗ rungsdampfſchiff raſch und leicht dieſe wüſten Irrwege durchfah⸗ ren, erſt mehrere Jahre ſpäter wurde damit der Anfang gemacht; die einzige Möglichkeit, von einer Handelsſtelle der Kaufleute zur anderen zu gelangen, blieb das Ruderboot, mit welchem freilich nur langſam weiter zu kommen war.
Es war ein Sommertag, ſo ſchön und ſtill, warm und ſon⸗ nenvoll, als hinge der blaue, fleckenloſe Himmel über einem ſüd⸗ lichen Lande; ein einziger Blick aber reichte hin, um dieſe Täu⸗ ſchung zu zerſtoͤren.


