Teil eines Werkes 
1. Band (1857) Karl der Erste und Cromwell : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

Die Junker am Kamin lachten über dieſen Abſchied und näſelten predigend hinter dem Reiter her, der ſein kräftiges, ſchweres Pferd in die mondbeglänzte Haide lenkte.

Der Himmel war umwölkt, aber nicht dicht genug, um das grauweiße Licht auszulöſchen, das ferne und nahe Gegenſtände kenntlich machte und doch ungewiß ließ. Einzelne hohe Bäume ſtanden auf kahlen Hügeln, die ſich bald dichter zuſammenſchoben, bald in wellige Tiefen ſenkten, wo Gras und Schilf wuchs. An ein⸗ zelnen Orten war das Buſchwerk weit ausgedehnt und warf ſeinen ſchwarzen Schatten über die Straße. Kein Haus ſtand am Wege, nichts verkündete die Nähe einer großen Stadt, und mit derſelben Schweigſamkeit, wie in der Schänke, ritt der Fremde vorſichtig ſeines Weges.

Es dauerte jedoch nicht allzulange, als er hinter ſich raſchen Hufſchlag hörte, und bald erkannte er die drei Kavaliere, denen er vielleicht gern ausgewichen wäre. Doch nicht allein waren ihre Pferde ſchneller, nirgend zeigte ſich auch ein ſchützender Arücz gbee Der Rei⸗ ſende veränderte daher den P ſeines Roſſes in nichts, aber er zog ſein Schwert aus Scheide, wand den Riemen um ſeine Fauſt und verbarg dieſe und die Klinge unter ſeinem Mantel.