Teil eines Werkes 
1. Band (1857) Karl der Erste und Cromwell : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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ſo zahmes Herz beſaß. Wenn er Widerſtand verſucht hätte, ſie würden für ihn aufgeſtanden ſein. Ihre har⸗ ten Fäuſte ballten ſich, und je lauter die Junker lachten und höhnten, je ärger der Lärm wurde, je mehr ſie tranken, tadelten und übermüthige Scherze trieben, um ſo ſtiller wurde es an dem großen Tiſche. Die Gäſte wagten nicht mehr, etwas von Hof und Kirche zu reden, was ſicherlich die Cavaliere beleidigt haben würde. Alle leerten ſchweigend ihre Gläſer, verzehrten die Reſte ihres Abendbrods und machten ſich dann davon, um draußen auf der Haide nach Herzensluſt über die ſündige Brut herzuziehen, welche weder Gott noch Menſchen fürchte.

Statt der Erzählungen der Bauern und Krämer hörte der beſcheidene Fremde nun die Erzählungen der Cavaliere. Sie kamen, wie aus ihren Reden zu ent⸗ nehmen war, vom Beſuche bei einem reichen Landedel mann zurück und wollten morgen in London ſein, um bei einem Hoffeſte nicht zu fehlen, das mit einer Bären⸗ hetze früh beginnen ſollte. Die Königin liebte dieſe Hetzen ganz beſonders und hatte ſie zu einer der Haupt⸗ vergnügungen s Hofes gemacht. Die drei Cavaliere ſtritten darüber weitläuftig, ob die drei Bären, welche die Königin eben aus den Ardennen von Brabant her⸗

über erhalten hatte, nicht die ſtärkſten und größten ſeien, Th. Mügge, Romane I. 2