Drittes Capitel.
Schlangen unter Roſen.
Ich ſaß noch in tiefen Betrachtungen ver⸗ ſenkt, und ermuͤdete meinen Geiſt durch Traͤu⸗ me und Moͤglichkeiten, als ein unbekannter Mann in das Gefaͤngniß trat, ein Kleid hinwarf, und indem er die Thuͤr offen ließ, ſagte: thut, wie ihr klug ſeid! Das Kleid beſtand in der vollſtaͤndigen Uniform eines Officiers, ſeine Worte waren verſtaͤndlich. Nein! jener Juͤngling iſt kein Verraͤther, ſagte ich, und dieß fuͤr eine Frucht ſeines Beiſtan⸗ des haltend, ſaͤumte ich nicht, mein Kleid ab⸗ zuwerfen und die Uniform anzulegen. Ich zitterte vor Freude und Bangigkeit, und ellte, ſo ſehr ich konnte. Darauf that ich noch ei⸗ nen Blick in mein Gefängniß zuruͤck, und indem ich eine dunkele Empfindung unter⸗
druͤckte, die in Angſt und Wehmuth beſtand,


