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zu thun, daß ſie ihn bedienen mußte. Stolz
und hoͤhniſch redete er ſie zuweilen mit Fraͤulein an, und ſagte oͤfters: es iſt gut, meine Servante. Meine Mutter war traurig und duldend, wie eine Buͤßende, die ſich einer fruͤhern Schuld bewußt iſt. Sie ſeufzte, wenn mein Vater ins Haus trat, und wurde heiter, wenn er giug. Dann rief ſie mich zu ſich, und ich mußte mit ihr beten und ſingen. Auch lehrte ſie mich buchſtabiren und endlich nothduͤrftig leſen und ſchreiben. Ihr chriſtlicher Unterricht beſtand darin, daß ſie mir nach und nach die Geſchichte der Bi⸗ bel erzaͤhlte, und vor allen Dingen die zehn Gebote einpraͤgte. Fuͤr das letztere bin ich ihr beſonders Dank ſchuldig, denn als ein
unwiſſendes, rohes Kind haͤtte ich Stehlen
und Toͤdten in Geſellſchaft meines Vaters
allenfalls fuͤr erlaubt gehalten, wenn ſie mich
nicht fruͤh dagegen bewafnet haͤtte. Aber weil
ich ſehr muntern Geiſtes war, wirkten beide
mit gleicher Kraft auf mich, und es entſtand 4 B 2


