die Treppe hinaufgehen zu ſehen. Oben im Corridor des erſten Stockes angelangt, fragte Eliſabeth einen Lakai, wo der König ſich befinde.
Ehe der Befragte antworten konnte, öffnete ſich eine Thür und der junge Monarch trat heraus, um ſich in den Saal zu begeben, in welchem er die De⸗ putation empfangen wollte. Die Prinzeſſin zog jetzt ihren Arm aus dem ihres Beſchützers und berichtete dem Bruder, der ſehr beſtürzt über ihr bleiches Aus⸗ ſehen war, das Vorgefallene.
Jetzt, wo ſie ſich in Sicherheit wußte, erwachte ihr Muthwille.
„Ich bringe eine Geiſel für das empörte Volk“, ſagte ſie lächelnd;„dieſer edle Demokrat fand mich, das Königskind, hülflos auf der Erde liegend und rettete mir, ſeiner Feindin, großmüthig das Leben.“
Dcer ſpaßhafte Ton Eliſabeth's gefiel unſerm Helden nicht; er ſchien ihm vielmehr in der Lage der Prinzeſſin beinahe unweiblich. Er wies jede Aner⸗ kennung ſeines Verdienſtes ab und erwiderte, ſich un⸗ willkürlich an das Geſpräch auf dem Balle erinnernd:
„Auch heute war ich nichts als der Zufall!“
Die Prinzeſſin reichte ihm aber jetzt die Hand und dankte ihm in herzlichen, natürlichen Worten. Dabei ſah ſie ihn einen Moment forſchend und tief an.


