Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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Gleichwohl beſaß Tante Kathrin die Kraft, faſt ganz allein die kranke Marie zu pflegen; merkwürdiger⸗ weiſe ſchien Mariens Mißtrauen gegen die Greiſin gänzlich verſchwunden, ja ſie hatte ſie jetzt am liebſten um ſich und duldete durchaus nicht, daß der Vater oder Sophie nachts bei ihr wachten.

Der Baron reiſte jede Woche nach der Reſidenz, um ſich von dem Fortgange der Unterſuchung gegen Heinrich zu unterrichten und bei einflußreichen Perſonen ſich für ihn zu verwenden.

Einſam vergingen Sophie die Tage.

Mr. Brown, der die Herzensneigung des edlen Mädchens billigte, ließ es zwar ſo wenig als die Baronin vor ihrer Abreiſe jetzt an Vorſtellungen feh⸗ len. Er entſchuldigte Karl's Handlungsweiſe und meinte, das Mißverſtändniß ſei leicht aufzuklären; der Geliebte würde dann reuig zu ihr zurückkehren und dem Bunde fürs Leben ſtünde nichts mehr im Wege. Aber davon wollte das beleidigte Mädchen nichts hören.

Wenn er mich wahrhaft liebte, ſagte ſie,ſo müßte er mich ſo hoch achten, daß er nun und nimmer an meine Verworfenheit glauben könnte, und ſpräche der Schein auch noch mehr gegen mich. Die Zeit der Vornahme der Wahlen war näher gerückt; die Gemüther erbitterten ſich von neuem. Es