17 ſeiner ewigen Menſchenrechte, ſeiner Freiheit. Dieſe Ideen hinken alſo meiſtens den materiellen Urſachen der Revolution nach, etwa wie die Aeſthetik nach dem Kunſtwerk entſteht; ſie ſind Kinder der materiellen Noth des Volkes.
Wohl verkünden die Lehrer und Apoſtel der Völker⸗ freiheit dieſe aus der Geſchichte der Vergangenheit ab⸗ ſtrahirten Ideen immer wieder als Richtſchnur für die Zukunft, allein das Volk in ſeiner überwiegenden Zahl hat für Begriffe kein Verſtändniß. Erſt wenn der Büttel mit dem Steuerzettel zu oft ins Haus kommt und dem Bauer, Arbeiter und kleinen Bürger zu tief in den Seckel greift, werden die trägen, ſo ſchwer be⸗ weglichen Maſſen für Ideen empfänglich; dann ſind ſie aber auch gleich bereit, ſie in Thaten umzuſetzen.
Wenn der Zaghafte, von Verzweiflung getrieben, endlich ſich zu handeln aufrafft, zeigt er oft einen Muth, eine Tollkühnheit, welche ans Unglaubliche ſtreift. So gerathen die Völker, wenn ſie ſich endlich gegen die Regierung, die ihre Macht mißbrauchte, erheben, nur zu leicht in einen Zuſtand ſieberhafter Tobſucht, die in blinder Racheluſt keine Grenzen kennt und im eigenen Fleiſche wühlt.
Jede Nation wird ganz nach Verdienſt gut oder
ſchlecht regiert; nur ein träges, feiges, entſittlichtes Volk Schubert, Die Jagd nach dem Glücke I11. 2


