Teil eines Werkes 
20. Band (1844) Jack am Lande / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ich Euch ſage, daß ich es für ſehr, ja für ungemein wahrſcheinlich halte, jenem Gerüchte liege die Wahrheit zu Grund.“

„Wenn Jemand ſieht, daß ich mich niedrig benehmen werde, was immer Gottes Schickung über mich verhängen mag, ſo ſoll er mich ungeſtraft verhöhnen dürfen. Ich will nur Gerechtigkeit, und wenn ich unrechtmäßig im Beſitze meiner Güter bin, ſo fällt es mir nicht ein, ſie nur einen Augenblick länger zu behalten. Iſt Euch Jemand bekannt, der gegründetere Anſprüche an das Erbe hat, als ich, ſo leiſtet mir Beiſtand, es demſelben unverweilt zurück⸗ zugeben.“

„Gut, gut; das iſt ſehr edel geſprochen, aber Ihr müßt die Sache nicht alſo übereilen. Es mag recht für den rechtmäßigen Eigenthümer ſeyn, wenn ihm, wie Ihr ſagt, ſeine rechtmäßigen Beſitzungen zufallen. Rechtmäßig iſt ein gutes Wort, obſchon in dieſem Sinne kaum juriſtiſch. Ich liebe das Wort rechtmäßig und es würde daher— merkt wohl auf mich, Sir Edward— nicht recht von mir ſeyn, wenn ich Beihulfe leiſten wollte, meinen Freund zu einem vornehmen Bettler zu machen.“

Mr. Serivener, Ihr habt jetzt der Anmaßung und Unver⸗

ſchämtheit auch noch Beſchimpfung beigefügt.“

„Ich bitte um Verzeihung— bitte demüthig um Verzeihung,

Sir Edward; ich hätte ſagen ſollen ‚arm,“ und will mich daher verbeſſern, indem ich ſtatt meines vorhin gebrauchten Wortes einen „armen Vornehmen’ ſetze. Glaubt mir, es müßten große, ſehr große Verlockungen da ſeyn, wenn ſie mich bewegen ſollten, Beihülfe zu leiſten, wo es gilt, meinen Freund und einen Mann, den Miß Scrivener ſo unbedingt bewundert, zu einem mit Armuth geſchlage⸗ nen gnädigen Herrn zu machen.“

„Aber es ſind Verlockungen vorhanden,“ ſagte Sir Edward mit einem geringſchätzigen Lächeln.

„Nur gewerbsmäßige, Sir Edward, nur gewerbsmäßige, denn was könnte ich thun? Es hat Euch beliebt, vor ein paar Jahren