penny das Haus, welches nach dem Green⸗Park hinausſieht und jetzt die Wohnung des Lords A.. iſt. Es war damals ein großartiger Tempel, dem Stillſchweigen und einem prunkvollen Anſtande geweiht. Dienerſchaft war reichlich vorhanden, obgleich nur wenige da waren, die bedient werden mußten. Mr. Truepenny ſuchte und empfing keine Geſellſchaften, und doch war der Prunk der alten Zeit bei der
erſten und zweiten Tafel beibehalten. Die Bedienten mäſteten ſich in den
Hallen, die Pferde wurden in den Ställen fett, und der Kutſcher, der
nur ſelten mit Peitſche oder dem Kutſchbocke zu thun hatte, gedieh
mit ihnen. Mr. Trucpenny ſchien von ſeiner großen Dienerſchaft
weiter nichts zu verlangen, als daß ſie ſich ſtillſchweigend verhielt und
ihm aus dem Geſicht blieb.
Da er für einen ſo reichen Mann ſehr überlegt war, ſo wünſchte er nicht, daß ſeine Enkelin bei ihm wohnte, und übergab ſie deshalb einer entfernten weiblichen Verwandtin, die in Harley⸗Street wohnte und eine Erbin mit einem ſehr reichlichen Jahrgehalte, um ſo be⸗ reitwilliger in ihrem Hauſe aufnahm, da ihr Einkommen lange nicht der eigenen Werthſchätzung ihrer Verdienſte entſprach und ihr nicht den Lurus und die Auszeichnung bieten konnte, an welche ſie ein An⸗ recht zu haben wähnte. 8
Die Maſſe der Geſellſchaft beſteht aus gewöhnlichen Charakteren, und dennoch wird man bei einer näheren Unterſuchung finden, daß auch der gewöhnlichſte von dieſen gewöhnlichen Charakteren ſeine Eigen⸗ thuͤmlichkeiten hat. Die einzelnen Abſchattungen gehen in's Unendliche, während zugleich die Aehnlichkeit in der Geſammterſcheinung das wahre tedium vitae bildet. Dies mag parador erſcheinen, iſt aber doch völlig wahr und bekundete ſich namentlich an Anna Truepenny. Wenn man ſie unter der Maſſe betrachtete, ſo ſchien ſie ſich auch nicht in einem einzigen Punkte durch beſondere Vollkommenheiten auszu⸗ zeichnen; denn obgleich ſie ſehr ſchön war, gab es doch noch ſchönere, und ihr Witz ſowohl als ihre ſonſtigen Gaben wurden durch Andere übertroffen. Fragte man ſie, worin ſie ſich vor andern jungen


