209
halte deſſelben bekannt, ließ ſogleich einen Wagen kommen und fuhr nach dem Hauſe meines leidenden Freundes. Bet meiner Ankunft fand ich Mrs. Cophagus in Ohnmacht, und Suſanne leiſtete ihr Beiſtand. Man hatte Cophagus durch einen Wundarzt bereits verbinden laſſen. Ich ging hinauf in das Zimmer, in welchem der Patient lag. Er befand ſich beſſer, als ich er⸗ wartet hatte— war ruhig und ſeiner Sinne vollkom⸗ men mächtig; allein mit der Beſchaffenheit ſeiner be⸗ denklichen Verletzungen ſchien er nicht bekannt zu ſein. Der Wundarzt trat herein, und ich fragte ihn um ſeine Meinung. Er ſagte mir, daß er, wiewohl Mr. Cophagus ſtark verletzt worden wäre, nicht glaube, daß Gefahr vorhanden ſei; es hätte keine Knochenverletzung Statt gefunden, und ſeine einzige Befürchtung wäre, daß ein innerer Schaden Statt finde, den man jedoch für jetzt noch nicht ausmitteln könne. Ich ſuchte Mrs. Copha⸗ gus durch dieſe Auskunft Troſt einzuflößen, und kehrte ſodann zu ihrem Manne zurück, der mit dem Kopfe ſchüt⸗ telte, und als ich mich niederbeugte, um ihn zu hören, mit ſchwacher Stimme ſagte:»Dacht' es wohl— nach London gekommen— voll wüthender Stiere— in die Luft geſchleudert— ſterben— und ſo fort.«„ »Ach nein,« ſagte ich;»der Wundarzt meint, es ſei keine Gefahr. Sie werden in acht Tagen ſchon wie⸗ der das Bett verlaſſen können, jetzt aber müſſen Sie ſich ganz ruhig verhalten. Ich werde Mrs. Cophagus zu Ihnen ſchicken.« 4 Ich ging hinunter, und da ich ſie ruhiger fand, bat ich ſie, zu ihrem Gatten zu gehen, der ſie zu ſohen wünſche, und ich ſah mich mit Suſannen allein. Ich erzählte ihr Alles, was vorgefallen war, und nachdem ich zwei himmliſche Stunden bei ihr zugebracht hatte, kehrte ich nach dem Hotel zurück. Mein Vater war einige Zeit aufgeblieben, um meine Rückkehr zu erwarten, da ihm dieſe jedoch zu lange gedauert, hatte er ſich zu Bett begeben. Als ich ihn am andern Morgen ſah, erzählte ich ihm, was der Wundarzt geſagt hatte, gab aber meine Meinung da⸗ hin ab, es ſei für Mr. Cophagus bei ſeinem vorgerück⸗ Japhet. III. 14


