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ſo, und ich kann es nicht leugnen. Ich konnte kaum Mr. Maſterton während unſerer Fahrt nach London auf ſeine Anreden antworten, und als ich mich, zu Hauſe angelangt, auf mein Sopha warf, war es mir, als wenn ich ganz einſam und verlaſſen wäre. Ich be⸗ neidete Cecilien ihr Glück nicht, würde ihr vielmehr mit Freuden mein Leben zum Opfer gebracht haben: aber ſie war mein Geſchöpf— ein mir unendlich theu⸗ rer Gegenſtand— ſie war abhängig von mir geweſen, und hatte mich geliebt. Jetzt, da ſie ihre Mutter wie⸗ dergefunden, ſtand ſie höher als ich, und ich war noch verlaſſener. Nie hatte ich eine ſo traurige Woche hin⸗ gebracht, als die, die auf ein dénouement folgte, das für Andere ſo reich an Freude geweſen war, und wo⸗ nach ich ſelbſt ſo begierig und unter ſo vielen Gefahren getrachtet hatte. Gott weiß es, mein Gefühl war kein
Neid; aber es war mir, als wenn die ganze Welt, ich
allein ausgenommen, glücklich wäre. Doch ich ſollte noch mehr erdulden.
Bei meiner Abreiſe nach Irland wurde ich noch im⸗ mer für einen jungen Mann von großem Vermögen ge⸗ halten— die Wahrheit war noch nicht bekannt gewor⸗
den. Ich hatte Maſtertons Rath befolgt, dem falſchen
Scheine zu entſagen, Harcourt meine wahre Lage ent⸗ deckt, und ihn gebeten, überall das Wahre an der Sache
zu ſagen. Neuigkeiten, wie dieſe, verbreiten ſich wie
ein Lauffeuer, auch gab es Viele, die ich, als ich mich unter Major Carbonnells Schutze befand, und allge⸗ mein wegen meines vermeinten Reichthums gefeiert wurde, über die Achſel angeſehen hatte, die ſich der neuen Kunde freueten, und ſie weit und breit verkün⸗ deten. Mein Betrug, wie es ihnen beliebte, ſich auszudrücken, war der Geſprächs⸗ Gegenſtand aller Ge⸗


