Teil eines Werkes 
2. Theil (1836) Japhet, der einen Vater sucht / von Capt. Marryat, Verfasser des: "Pascha", Peter Simpel", "Jakob Ehrlich", "Willy" [et]c. ; aus dem Englischen von H. Roberts
Entstehung
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nicht für einen jungen Mann mit zehntauſend Pfund Einkünften gehalten und geglaubt hätte, daß ich Sie benutze. Ich ſage Ihnen dies aufrichtig; und nun gute Nacht.«

Ich überlegte die Sache während des Auskleidens es war nicht ehrlich doch ich hatte bezahlt als ich verlor, und nahm nur mein Geld als ich gewann es gefiel mir aber dennoch nicht; doch die Banknoten fielen mir in die Augen und ich beruhigte mich. Ach! wie leicht ſind Gewiſſensbedenken beſeitigt, wenn wir Geld bedürfen! Wie Viele würden im Glück und Wohl⸗ ſtande und keiner Verſuchung ausgeſett, ſchon bei dem Gedanken einer unredlichen Handlung erröthet ſein, und haben ſchaudernd die Hände emporgehalten, wenn ſie hörten, daß Andere ſchuldig erfunden wurden, und begehen doch, wenn ſie in Noth gerathen, dieſelben Handlungen, welche ſie vorher ſo laut verdammten. Wie viele Frauen, die ihre Entrüſtung und Verachtung über

Gefallene ausſprachen, ſind, wenn ſie in Verſuchung

geriethen, ſelbſt gefallen. Laßt uns daher Nachſicht üben, Keiner von uns kann ſagen, wohin Umſtände ihn bringen könnten; und wenn wir nicht umhin können zu geſtehen, daß ein Vergehen groß iſt, ſo laßt uns lie⸗ ber Kummer und Mitleid als Entrüſtung empfinden, und beten: führe uns nicht in Verſuchung!

Wir begaben uns verabredeter Maßen am andern Abend in den Klub, und fanden die beiden Herren zum Spiele mit uns bereit. Dieſes Mal weigerte ſich der Major mit einem Andern als mir zu ſpielen, da ich ſo gutes Glück habe, und unſere Gegner erhoben keine Schwierigkeiten. Wir ſetzten uns, und ſpielten bis vier Uhr Morgens. Anfangs begünſtigte das Glück trotz

unſers guten Spiels unſere Gegner; allein es wechſelte

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