Teil eines Werkes 
1. Theil (1836) Japhet, der einen Vater sucht / von Capt. Marryat, Verfasser des: "Pascha", Peter Simpel", "Jakob Ehrlich", "Willy" [et]c. ; aus dem Englischen von H. Roberts
Entstehung
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Sie ſchien etwa vierzig Jahr alt zu ſein, war ſchlank wie ein Pfeil, ihr Gang kräftig und beſtimmt, faſt männlich, obgleich in ihrer Geſtalt, trotz ihrer Größe, ſehr viel Weibliches, die größeſte Anmuth lag. Sie heftete bisweilen die Augen auf mich. Es lag etwas Unſtätes, einen peinlichen Eindruck Machendes darin; ich wurde jedoch dermaßen dadurch bezaubert, daß das Pa⸗ pier mit dem Pulver, wenn meine Blicke den ihrigen begegneten, ungeſtaltet blieb, oder daß ich regungslos innehielt, wenn ich etwa eben eine Flüſſigkeit aus ei⸗ ner Flaſche in eine andere goß.

Timotheus gewahrte ſie eben ſo oft als ich ſelbſt; auch bemerkten wir, daß ihr Gang ſich nicht zu jeder Tageszeit gleich war. Gegen Abend pflegte er lebhaf⸗ ter, aber ein wenig wankend, und ihr Blick zugleich ſtierer zu ſein. Nachmittags um fünf Uhr ging ſie ge⸗ wöhnlich zum letzten Male vorüber.

Eines Abends, als wir ſie, wie wir glaubten, zum letzten Male an dieſem Tage geſehen, um ſie erſt am andern Morgen wieder zu erblicken, denn ihr Her⸗ einſchauen gehörte jetzt zu den regelmäͤßigen Tagesereig⸗ niſſen, und diente Timotheus, der ſie nur»das ver⸗ rückte Frauenzimmer« nannte, nicht wenig zur Beluſti⸗ gung, trat ſie zu unſerer großen Ueberraſchung in den Laden. Timotheus ſprang erſchreckt über den Laden⸗ tiſch und ſtellte ſich hinter mich. Ihre Blicke waren unſtät, wie gewöhnlich, doch konnte ich darin keinen Wahnſinn entdecken. Ich faßte mich bald wieder, hieß Timotheus der Dame einen Stuhl zu reichen, und fragte nach ihren Befehlen. Timotheus ging um den Laden⸗ tiſch herum, ſchob einen Stuhl in ihre Nähe, und zog ſich ſodann eiligſt wieder hinter mich zurück. Sie lehnte den Stuhl mit einer Handbewegung ab, in welcher eben