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„Da,« ſagte Timotheus, ſeinen Korb niederſetzend, „»'s iſt nichts mehr für mich zu thun hante prandium, nicht ſo, Mr. Brookes?
Nein, Tim; wohl aber post prandium, wo Du wieder Poſt laufen wirſt.
Das Mittagseſſen ſtand bereit, und Mr. Copha⸗ gus, der zurückgekehrt war, begab ſich mit Brookes in das Hinterzimmer. Timotheus und ich blieben im La⸗ den, um die Kunden anzumelden. Ich ergreife dieſe Gelegenheit, um Timotheus genauer zu ſchildern, da er in meiner Erzählung eine der vornehmſten Rollen ſpielen wird.
Timotheus war klein für ſein Alter, aber von deſto ſtärkerem Körperbau. Er hatte ein ovales Geſicht, ſehr dunkle Hautfarbe, und graue unter langen Wim⸗ pern hervorblitzende Augen. Seine Brauen ſtießen faſt an einander. Er war von den Pocken gezeichnet, nicht ſo ſtark, um ihn zu entſtellen, aber doch merkbar ge⸗ nug, wenn man ihm nahe war. Sein. Geſicht glänzte fortwährend von Heiterkeit. Man las ſogleich ein „ Hol' der Teufel die Sorgen!«— es lag ſo viel Glückſeliges darin, daß man ihn lieben mußte, ſobald man ihn ſah. Ich war augenblicklich mit ihm ver⸗ traut.
„Woher biſt Du, Japhet?« fragte er.
»Aus dem Findelhauſe,« enkgegnete ich.
„»Dann haſt Du keine Aeltern oder Anverwandte.⸗
»Wenn ich ſie auch habe, weiß ich ſie doch nicht zu finden,« erwiederte ich traurig. 4
„» Pah! gräme Dich darum nicht. Ich habe auch keine. Ich bin im Arbeitshauſe des Kirchſprengels er⸗ zogen; wurde vor der Thür eines Herrn gefunden, der mich an die Aufſeher ſchickte— ich war damals un⸗


