⸗ 10 beſchäftigt mit Arzneiflaſchen, und neben ihm ſtand ein ſchmutziger, etwa dreizehn Jahr alter Knabe mit ſei⸗ nem Korbe, um die Arzneien auszutragen, ſobald ſie fertig waren. Dem jungen Manne hinter dem Laden⸗ tiſche— er hieß Brookes— fehlten bis zur Vollen⸗ dung ſeiner Lehrzeit nicht volle achtzehn Monate mehr, und ſeine Angehörigen beabſichtigten, ihn nach Ablauf derſelben ein eigenes Geſchäft beginnen zu laſſen. Die⸗ ſes war der Grund, der Mr. Cophagus bewogen, mich anzunehmen. Ich ſollte demnächſt in Brookes Stelle eintreten. Mr. Brookes war ein äußerſt ſanfter, lie⸗ benswürdiger Menſch, freundlich gegen mich und den andern die Arzneien austragenden Knaben, den Mr. Cophagus für Speiſe und Kleidung zu ſich genommen. Mein Begleiter vom Findelhauſe ſagte Mr. Brookes, wer ich ſei, und ging.
„Meinſt Ou, daß das Apothekergeſchäft Dir gefal⸗ len wird?« fragte mich Mr. Brookes mit einem wohl⸗ wollenden Lächeln.
„Gewiß; warum ſollte es nicht?« erwiederte ich.
„»Das mußt Du erſt ſehen,« ſagte der mit ſeinem Korbe wartende Knabe, einen pfiffigen Blick mir zu⸗ werfend,»Du biſt noch nicht durch Deine Anfangs⸗ gründe.⸗
„» Schweig, Timotheus,« fiel Mr. Brookes ein. „Daß Dir die Anfangsgründe, wie Mr. Cophagus ſie heißt, nicht gar zu gut gefallen, iſt ſehr klar. Nun lauf, ſo ſchnell Du kannſt, mit dieſen Arzneien; Nr. 14. Springſtreet; Nr. 16. Cleaverſtreet, wo Du ſchon geweſen biſt; und dann nach Johnſtreet, Nr. 55 zu Mrs. Smith. Verſtanden?«
»Nun freilich— kann ich etwa nicht leſen? Ich leſe alle Aufſchriften, und all' Ihr lateiniſches Zeug


