Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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Macht des Gefanges, der Zauber der Schoͤnheit, der glaͤnzendſte Nachruhm ſpurlos untergeht, und ſo wie von der Blutmaſſe im menſchlichen Koͤrper an bis zu den zahlloſen Sphaͤren im unendlichen Raume Alles in Kreiſen ſich bewegt; fo ging mit dieſen beyden Koͤnigen das ſchoͤne Werk der Gei⸗ ſterbefreyung zu Grunde, und die ſchon verſchwun⸗ dene Macht der Prieſterkaſte erhob ſich kraͤftiger wieder; es erneuente ſich der alte Tempeldienſt.

Zwar wurden unter Mykerinus und Aſychis koſtſpielige Pyramiden, unter den zwoͤlf Koͤnigen das Labyrinth, unter Pfammetichus die Tempel der Lakona u. ſ. w. erbaut; allein die wieder ein⸗ geſetzten Prieſter fanden an dem Aufwand, welchen dieſe Baufuhrungen verurſachten, nichts zu tadeln, ſo ſehr ſie auch gegen Cheops und Chephren ge⸗ wuͤthet hatten, welchen ſie indeß bey allem boͤſen Willen doch nichts Anderes vorzuwerfen wußten, als den Pyramidenban.— Traurig genug iſt es fuͤr die Sache der Wahrheit, daß wir über jene Zeiten nur einen Bericht und zwar aus dem Mun⸗ de der Prieſter beſitzen; denn Herodot hat nichts weiter gethan, als ihre boshaften Ausſagen getreu⸗ lich niedergeſchrieben.— Wer die uͤbrigen Pyra⸗ miden erbaut habe, weiß man nicht; nur ſo viel erhellt, daß die Prieſter auch lange nach Cheops ſich der Pyramiden bedienten, deren feyerliches Dunkel, deren unterirdiſche Verbindungen ſich zu religioͤſen Zeremonien und zu Orakeln ſehr wohl benuͤtzen lieſſen.