Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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ſteigen moͤglich zu machen. Die Waͤnde dieſer bey⸗ den Gaͤnge ſehen ſchwarz aus, weil man ſich von jeher wegen der hier dichten Finſterniß der Fackeln bedienen mußte, und man hat ſich wohl in Acht zu nehmen, daß die zahlreichen Fledermaͤuſe, welche hier allein herrſchen wollen, nicht die Fackeln ver⸗ loͤſchen. Hier koͤmmt man zu einer Art von Abſatz, wo ſich rechts ein ovaler Brunnen beſindet, der in dem einen Durchmeſſer 2 ½ und im andern 31 F. breit iſt. Er ſoll mit der Auſſenſeite in Verbin⸗ dung geſtanden ſeyn, und war nach Plinius 86 Klafter tief; ſein Waſſer ſoll er aus dem Fluſſe be⸗ kommen haben, der mit ihm in Verbindung geſtan⸗ den hat. Maillet will aber dieſe Nachricht nicht

beglaubigen; er aͤuſſert pielmehr die Vermuthung,

daß dieſer vermeintliche Brunnen nur eine Oeffnung war, durch welche die Arbeiter nach der Beyſe⸗

bung des Koͤrpers wieder herausgegangen ſeyen, und

daß man nachher alle Zugaͤnge verſtopft habe, damit in Zukunft Niemand hineingehen koͤnne, Allein dieſe

Anſicht iſt ganz irrig; denn der koͤnigliche Begraͤb⸗

nißort war, wie Herodot bezeugt, unterirdiſch; ein Brunnen war, wie wir ſpaͤter ſehen werden, hier nothwendig; Brunnen kommen auch in den Hindu⸗ ſtaniſchen Pyramiden vor, und die Nachgrabungen

der franzoͤſiſchen Kommiſſion von 1800, welche in

dieſem Brunnen vorgenommen, aber leider nicht vol⸗ lendet wurden, ſprechen dafuͤr. Keineswegs für die Dauer der einzigen Begraͤbniß allein, ſondern auch fuͤr die uͤbrigen, unten vorkomnenden haͤufigen Ge⸗