Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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mien von den Reiſenden bezeichnet ſind, die Gelegen⸗ heit und Muth genug hatten, dieſen Ort zu beſuchen. Blickt man nun von oben herab, ſo erſcheinen die Menſchen in der Tiefe wie Marionetten, und man iſt mit angeſtrengteſter Kraft nicht im Stande, einen Stein uͤber den Fuß der Pyramide hinauszuwerfen. Gleitet der Blick über die Wand der Pyramide von oben herab, ſo verlieren ſich die Zwiſchenraͤume der Abſtufungen, und das Ganze ſcheint ein gleicher ge⸗ rader Abhang zu ſeyn; denn die Baſis des Winkels der Abſtufungen hat 2, der Kathetus aber 3 Fuß; man bekommt alſo nur die Spitzen zu Geſicht und der ganze Abhang bildet eine gerade Linie. Ueber⸗ raſcht durch dieſe Wahrnehmung begreift man kaum, wie man auf dieſe Hoͤhe gelangen konnte, und man

bebet vor der ſcheinbaren Gefahr, wieder hinab zu⸗

kommen. Indeß allmaͤhlig erholt ſich das Gemuͤth von der Betroffenheit; kuͤhner ſchaut man um ſich her, und fuͤhlt ſich neuerdings von ſonderbaren Ge⸗

fuͤhlen ergriffen. Ein ausgedehnter Horizont ge⸗

ſtattet hier dem Blicke, in dem Unermeßlichen umher zu ſtreifen. Doch im Weſten verweilt er nicht, dort naͤmlich, wo Arabiſche Beduinen auf graulichem Sandboden hauſen, ſondern wendet ſich nach dem Suͤden, wo, ganz in die Raͤhe geruͤckt, die Pyra⸗ miden von Sakharah und eine Menge anderer in groͤſſerer Entfernung erſcheinen; das Goldgelb der Fruchtfelder, das mit Safflor vermiſchte und das einfoͤrmige Grün der Kleefelder gewaͤhrt nebſt den zerſtreuten Baumpſtanzungen, welche die Doͤrfer