Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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ſind, ſo wie die Eingebohrnen Indoſtans, gewohnt, ſich mit einer ſehr geringen Quantitaͤt von Lebens⸗ mitteln zu behelfen, ihre Zahl vermehrt ſich, ohne daß die Erzeugung der Nahrungsbeduͤrfniſſe mit die⸗ ſer Vermehrung gleichen Schritt haͤlt. Traͤg durch ihren natürlichen Charakter, und durch ihre Lage unter einem herrlichen Klima, in einem ungemein fruchtharen Lande, bauen die Eingebornen an Mais, Kartoffeln und Getreide ſelten mehr an, als das Jahr hindurch für ſie ſelbſt, und hoͤchſtens für die Konſumtion der benachbarten Staͤdte und Berg⸗ werke nothwendig wird. Schlaͤgt nun die Aerndte fehl, ſo tritt nothwendig die Hungersnoth mit ih⸗ rem ſchrecklichen Gefolge von Seuchen ein. So toͤdtete die mißrathene Aerndte des Jahres 1784 üͤber 300000 Menſchen.

Lange Zeit hat man die Arbeiten in den Bergwerken als eine von den Haupturſachen der Entvoͤlkerung Amerika's angegeben. Sicher iſt es, daß dieſes in fruͤhern Zeiten allgemein der Fall war, und auch jetzt noch in jenen Laͤndern iſt, wo das harbariſche Geſetz der Mita den Indianer zwingt, ſeinen vaͤterlichen Heerd zu verlaſſen, und in ent⸗ fernte Provinzen zu wandern, wo Mangel an Berg⸗ leuten iſt. Aber nicht die Arbeit, die Verwechs⸗ lung des Klima's iſt es hauptſaͤchlich, welche das Geſetz der Mita ſo verderblich für den Indianer macht, deſſen Organiſation bey weitem nicht ſo hiegſam iſt, wie jene des Europaͤers. In Mexiko iſt dieß der Fall nicht; der indianiſche Bergmann

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