Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1809)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

631 1

der Vulkan ruhig iſt, beym erſten Anfang eines neuen Ausbruches aber in Nichts zerfaͤllt und den tiefen, ſurchtbaren Rachen des Berges aufſchließt. Fuͤrchterlich iſt hier das unterirdiſche Getoͤſe, woge⸗ gen jenes verborgene Brauſen auf der erſten Flaͤche nur ein Spiel ſcheint: wie wenn ein wüthender Strom unter dem Boden weg rauſchte, oder wie wenn empoͤrte Wellen im Wirbel gegen einander geſchleudert wuͤrden, ſo tobt und raſt es unter den Tritten. Wo ſich in dem Boden und Niß eine Oeffnung zeigt, dringen pfeifende Toͤne hervor, dem Geraͤuſche ſtarker Blaſebaͤlge aͤhnlich. Haͤlt man ein brennendes Licht an dergleichen Oeffnungen, ſo entzuͤndet ſich der herverdringende Dunſt und ſchwebt nun als ein blauroͤthliches Flaͤmmchen empor. Der Boden ſelbſt iſt ſo heiß, daß die Fußſohlen brennen, und widriger Schwefelgeruch erſchwert das Athmen. Aber bis auf den Mittelpunkt der Flaͤche zu kommen, iſt unmoͤglich, denn dort iſt die Hitze vollends un⸗ ausſtehlich. Der Boden erhebt ſich gegen dieſen Mittelpunkt zu einem runden Auswuchs, zu einer Art Blaſe von ungefaͤhr fuͤnf und vierzig Fuß im Durchmeſſer. Die Oberflaͤche iſt mit Eiſenvitriol, Alaun, ſalzſaurem Ammoniak und Schwefel belegt. Betritt man auch nur den Rand dieſer Beute, ſo entſteht eine zitternde Bewegung, eine Biegung ein⸗ waͤrts, die ſich aber bald wieder hebt und der Dunſt iſt hier auſſerordentlich dick. Zur Nachtzeit zeigt ſich dieſer Dunſt als eine Flamme, und der ganze Boden iſt alsdann allenthalben, wo. Dunſtſaͤulchen