Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1809)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

(13)

ders als eine Sklavin. Nie habe ich dem Großweſ⸗ ſir begreiflich machen koͤnnen, daß in Frankreich die Weiber die Sorgen und Geſchaͤfte des Mannes theilen. Man erbaut gerade dem Palais des Koͤnigs gegenuͤber eine praͤchtige Moſchee. Ich habe Mar⸗ mor von ſeltener Schoͤnheit geſehen, der zu dieſem Baue beſtimmt iſt. Der Baſar bietet den Einwoh⸗ nern die reichen Stoffe Indiens dar. Tuͤrkiſſe kauft man hier ſehr gut, die Perlen dagegen ſind theuer, und man ſagt, ſie waͤren zu Bagdad und Konſtan⸗ tinopel wohlfeiler zu bekommen. Seit langer Zeit kaufen die Koͤnige von Perſten jaͤhrlich fuͤr zwey

Millionen koſtbare Steine.

Nach dem Tode des Thamas⸗ Kuli⸗Khan fand ein drey bis vierjaͤhriges Interregnum ſtatt. Je⸗ der Gouverneur bemächtigte ſich der Herrſchaft in ſeiner Provinz. Endlich erlangte der von Schiras, Kerim Khan, die hoͤchſte Gewalt und regierte drey⸗ ßig Jahre. Nach ſeinem 1779 erfolgten Tode, ſuc⸗ cedirte ihm ſein Sohn; der Gouverneur von Tehe⸗ ran, deſſen Vater bereits gegen Thamas⸗Kuli⸗ Khan ſich empoͤrt hatte, raubte ihm die Krone, und überlieferte ſie ſeinem Neffen, dem jetzt regierenden Koͤnige Feth⸗Ali⸗Schah.

Feth⸗Ali⸗ Schah regiert uͤber 24 Millionen Unterthanen. Seine Armee beſteht aus 60000 Mann Infanterie und noch einmal ſo viel Kavalle⸗ rie. Seine Artillerie iſt nicht betraͤchtlich. Die