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machte er dem Ambaſſadeur mit einem Saͤbel und einem Dolche ein Geſchenk, ſaͤmmtliche Glieder der Geſandtſchaft und die Offiziere erhielten jeder einen Saͤbel. Dieſe Waffen werden zu Isvahan verfer⸗ tigt. Im 17. Jahrbundert war der Stahl der Säͤ⸗ bel von Koum ſehr bekannt; aber die Afghanen ha⸗ ben dieſe Stadt, beruͤhmt durch das Grab der Fat⸗ me, alteſten Tochter Mohammeds, die ihren Vetter Ali geheurathet hatte, gaͤnzlich zerſtoͤrt. Jetzt be⸗ finden ſich die Einwohner im Elende und leben von dem Almoſen der Pilgrime, die die praͤchtige Mo⸗ ſchee beſuchen, welche Feth⸗Ali⸗ Schah im Jahre 1802 wieder erbaut hat.*)
Den 30. Dezember. Es friert kalle Naͤchte. Die Perſer beobachten mit Widerwillen unſere Art zu leben und uns zu kleiden. Unſer Betragen, un⸗ ſere Achtung gegen unſer Frauenzimmer werden von ihnen bemitleidet. Bey ihnen iſt eine Frau nichts an⸗
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*) Die hier von Koum, gewoͤhnlich Komm, gelie⸗ ferten Nachrichten verdienen folgende Berichti⸗ gung. Nicht die Tochter Mohammeds, ſondern die Tochter des Imam Hoſſein, eines Enkel Mo⸗
bammeds und Sohnes des Ali, Sidi Fatime iſt die hier verehrte Heilige. Ueberdem ſind hier die Graͤber Schah Seſis und Schah Abbas des Zwey⸗ ten. Die heiligen Graͤber zu Komm, wie ſie ge⸗ woͤhnlich genannt werden, ſind in den perſiſchen Gro⸗ graphien ſehr bekannt, und mehrere Reiſeheſchrei⸗ bungen liefern Abbildungen pon denſelben.
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