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Wirr verlieſſen das Palais, geblendet durch die Pracht und den Glanz des orientaliſchen Luxus, und ſtatteten dem General Ismael Khan einen Be⸗ ſuch ab. Wir wurden mit Früchten und Confitu⸗ ren bedient und der Ambaſſadeur erhielt einen indi⸗ ſchen Saͤbel und eine Tapete zum Geſchenk.
Beym Großweſſir und bey den Miniſtern wer⸗ den ſelbſt die wichtigſten Geſchaͤfte nicht in geheimen Kabineten, ſondern ſtaͤts in offenen Apartements verhandelt. Die Wachen, die Sekretaͤre, die Neu⸗ gierigen ſind gegenwaͤrtig; wir haben oft ihre Ent⸗ fernung verlangt; aber die Miniſter haben immer Geſellſchaft um ſich, man kann nie mit ihnen allein feyn. 1
Den 23. Dezember. Es war kalter Wind und Regen, der Koͤnig fragte den Arzt der Geſandtſchaft, wie lauge dicß boͤſe Wetter anhalten wurde, weil er Willens war auf die Jagd zu gehen; ungluͤcklicher⸗ weiſe war aber das Barometer des Doktors auf der Reiſe zerbrochen. Der Großherr zu Konſtanti⸗ nopel ſtellt keine Jagd an, in Perſien liebt man aber dieſe Beſchaͤftigung ſehr. 38
Teheran hat 50000 Einwohner waͤhrend des Winters, im Sommer bleiben nur die Armen da⸗ ſelbſt. Die Bevoͤlkerung zerſtreut ſich im July und Auguſt auf die benachbarten Doͤrfer.
Perſien graͤnzt an Indien durch die Provinz Kaſchemir, den Meerbuſen von Ormus u. ſ. w. Sein Handel mit Indien iſt vortheilhaft. Waͤh⸗ rend fuͤnf Monaten kommen die Schiffe aus Benga⸗


