Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1809)
Entstehung
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Den 22. Dezember. Wir begaben uns in den Pallaſt und der Einfuͤhrer der Geſandten fuͤhrte uns in das Innere desſelben. Dieſe Ehre hatte vor uns noch Niemand genoſſen. Nachdem wir mehrere Hoͤ⸗ ſe und Gaͤrten durchwandert und die Hoͤhe der Cy⸗ preſſen und Platanen angeſtaunt hatten, erreichten wir die Gemaͤcher des Koͤnig. Der Großweſſir fuͤhrte uns einen nach dem andern zu den Fuͤſſen des Throns. Der Prinz ertheilte auf eine aͤuſſerſt an⸗ genehme Art den Sekretaͤren und Offizieren den Or⸗ den der Sonne. Der Ambaſſadeur hatte ſchon den Abend vorher den groſſen erhalten, deſſen Deviſe in perſiſcher Sprache lautet: der Koͤnig erhebe den Ambaſſadeur vom Fiſche zum Monde. Auf dem gewoͤhnlichen Kreuze las man die Worte: Zeichen des Wohlwollens eines Prinzen, der ſeine Freunde liebt. Feth⸗Ali⸗ Schah, Souverain, der ſeine Feinde zerſtreut und vernichtet.

Auf ausdruͤckliche Erlaubniß des Koͤnigs zeig⸗ ten uns die Miniſter ſein Palais. Der Pavillon, in dem er uns empfieng, war viereckig, mit ſchoͤnen Teichen und Gaͤrten umgeben. Schwer iſt es die Reichthuͤmer und Zierrathen desſelben zu beſchrei⸗ ben. Die Tapeten ſind von Goldbrocard, bedeckt mit goldenen Broderien von erhabener Arbeit. Die Plafonds ſind von Kriſtall; die Saͤulen von Glas vervielfaͤltigen die Baͤume und Springwaͤſſer. Die Thuͤren ſind in Moſaik von Ebenholz und he len. mutter gearbeitet.