Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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Monarchen umzuſtimmen und ſeine Creaturen mit auf die projectirte Reiſe zu ſchicken. Der König aber blieb nicht nur feſt, ſondern ſchickte eine Stunde vor der Ab⸗ reiſe dem Grafen folgendes Handbillet:

Excellenz!

Wir geben Ihnen die Erlaubniß, auch während Wir außer Landes ſind, die Ihnen angewieſeneu Appartements Unſerer Villa am See nach Gutdünken zu benutzen. Graf Theodor wird Sie, lieber Graf, am beſten unterſtützen können, die verlorene Brieftaſche Ihres Herrn Vaters zu entdecken. Wir nehmen lebhaftes Intereſſe an der Auffindung dieſes Vermächtniſſes des verdienten Polizeichefs und wünſchen von Herzen, daß der Erfolg Ihre Mühe lohnen möge.

Ihr wohlgewogener ac. ac.

Dieſes Handbillet traf wie ein Blitz aus heiterem Himmel den ränkevollen Miniſter.

Er verfluchte die Launenhaftigkeit ſeines jungen Für⸗ ſten, der von ſolchen Lappalien von einer reinen Privat⸗ ſache ſich beſtimmen ließ, ſo gegen einen Miniſter aufzu⸗ treten, und die Staatsentereſſen dabei gar nicht mehr bedachte. Daß er ſelbſt ſeine Leidenſchaften ſtets über das allgemeine Wohl geſtellt, kam dem Miniſter nicht in den Sinn.

Die Brieftaſche mußte jetzt gefunden werden,