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die er als Erbſchleicher, wie er ſie heimlich nannte, gründlich haßte.
Es war jedoch für den Miniſter unumgänglich nothwendig geworden, mit dem alten Brown zu reden und in Tante Kathrin nochmals zu dringen, dem Ge⸗ heimniſſe über die Brieftaſche nachzuforſchen.
Der mächtige Graf hatte nämlich alle Urſache, Mr. Brown zu mißtrauen, denn er war von verſchiedenen Seiten benachrichtigt worden, daß der Greis ihm überall nachſpüre, daß er ſogar in den Reſidenzen der Nachbar⸗ ſtaaten geweſen ſei. Da Mr. Brown viele Verbindungen beſaß und die demokratiſchen Ideen bis in hohe Kreiſe hinaufdrangen, ſo war es gar nicht unmöglich, nament⸗ lich wenn der Greis das Gold nicht ſparte, daß allerlei Intriguen an den Tag kamen, die der Graf vor Jahren ſich erlaubte, als er ſein jetziges hohes Amt noch nicht bekleidete.
Nach Art der Glücksritter und Emporkömmlinge ohne eigenes Verdienſt, war er durch Achſeltragen bald nach der einen, bald nach der andern Seite höher und
höher geſtiegen, bis er, ſtets mit dem Winde ſegelnd,
den Hafen der Macht erreichte. Um ſo ängſtlicher aber dachte er jetzt an die doppelzüngige Correſpondenz zurück, die er früher mit den Kabinetten der Nachbarſtaaten ge⸗ führt. Eine engherzige Beurtheilung konnte in den von
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