Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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nem verlaßlichen Charakter. Mr. Brown war damals abgereiſt, ohne daß ſie Gelegenheit gefunden, mit ihm darüber zu ſprechen. So ſchwand nach und nach ihre Zurückhaltung, und ohne daß ſie eigentlich wußte, wie es geſchehen war, hatte ſie in ihrer Hülfloſigkeit dem Hofmeiſter des Vetters unter dem Siegel der Ver⸗ ſchwiegenheit das Tagebuch mit der geheimnißvollen Chiffernſchrift gezeigt.

Heinrich war zu klug, das ihm geſchenkte Ver⸗

trauen ſogleich zu mißbrauchen; er überſchritt die

Schranke, die ihn von der Tochter ſeines Herrn trennte, nicht einen Zoll breit; im Gegentheil, er behandelte das ſtolze Mädchen mit noch größerer äußerlicher Unter⸗ würfigkeit. Dadurch erreichte er den beabſichtigten Zweck; Marie bereute den Schritt, den ſie in der Ueber⸗ eilung gethan, nicht; ſie fühlte ſich erleichtert, einen

ſo verſchwiegenen Mitwiſſer zu haben, der ihr heilig

betheuerte, Alles aufzubieten, das Räthſel zu löſen, ohne ſie ſelbſt bloßzuſtellen.

Heinrich rieth einſtweilen zur Geduld. Tante Kathrin müßte zwar glauben, daß das Tagebuch ver⸗ brannt ſei, dennoch ſei es klug, einige Zeit verſtreichen zu laſſen, ehe man Nachforſchungen nach der Brief⸗ taſche anſtelle. Mr. Brown könne man den Inhalt des Tagebuchs erſt mittheilen, wenn man über ſeine