Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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Nur kalt; wir wollen erſt ſehen, ob er als Feind, ob nicht vielleicht verſöhnt zurückkehrt. Bah, zwanzig Jahre! Er denkt wohl gar nicht mehr an jene Tage.

Graf Ultritz zwang gewaltſam das Lächeln auf ſein von Leidenſchaften durchfurchtes Antlitz zurück, das ohne Zweifel einſt ſchön geweſen ſein mußte. Jetzt hingen die faltigen Züge ſchlaff, die Augen blickten müde; die ganze Haltung des noch in den vierziger Jahren ſtehenden Mannes war nachläſſig, gebeugt; er ſchien abgeſtorben für die Welt und ihre Genüſſe und machte den Eindruck eines Mannes, der durch viele geiſtige Arbeit vor der Zeit gealtert. Gleichzeitig ſpielte ſtets ein leiſes Lächeln um ſeinen Mund, ein halb verbindliches, halb ironiſches Lächeln. Dieſes Anſehen gab ſich Graf Ultritz abſichtlich; das war die Maske für die Welt. Aber hinter dieſer ruhigen Außenſeite, hinter der kalten unnahbaren Vornehmheit flammte ein unerſättlicher Ehrgeiz, eine unbändige Herrſchſucht und eine Habſucht ohne Grenzen.

Der Graf ſchien zufrieden mit der Muſterung ſeiner Perſon.

Der alte Friedrich ſchlich wieder herein und mel⸗ dete, daß Mr. Brown im Kabinet warte.

Auf einen Wink des Miniſters riß der Kammer⸗ diener beide Flügelthüren auf und majeſtätiſch würde⸗