Beſtürzung des ganzen Hofes über den plötzlichen Schlaganfall, der das zwar bejahrte, aber rüſtige Staatsoberhaupt mit dem Tode bedrohte.
„Die Beſinnung iſt noch nicht zurückgekehrt, die Gefahr wird immer größer“, ſprach halblaut der aus den Zimmern des Königs kommende Kammerdiener zu der ſofort in banger Stille harrenden Menge.„Die Prinzeſſin Eliſabeth iſt bei ihrem Vater; ich fürchte, ſie ſteht an ſeinem Sterbebette! Doch da naht Graf Ultritz, der Chef des geheimen Kabinets— macht Platz, Ihr Leute!“
Durch die raſch ſich bildende Gaſſe ſchritt der Graf haſtig dem Kammerdiener entgegen.
„Wirklich gefährlich?“ fragte er dann und nahm unverzüglich eine beſtürzte Miene an, nachdem er ſich mit einem flüchtigen Blick auf den alten treuen Kam⸗ merdiener überzeugt hatte, daß der König im Sterben lag.
Der Biſchof der Reſidenz, die Monſtranz hoch emporhebend, erſchien jetzt von mehreren Prieſtern be⸗ gleitet. Die Anweſenden knieten nieder.
„Betet für den König“, ſagte der Biſchof, als er⸗ durch die Reihen ſchritt und mit Graf Ultritz im an⸗ ſtoßenden Zimmer verſchwand. Hausbeamte, höhere Offiziere, die Geſandten, die


