Teil eines Werkes 
2. Band (1835)
Entstehung
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35b2 Die Bluͤthe iſt's vom herben Neßelſtrauch Die Du in Deinen ſchoͤnen Buſen birgſt

Geboren unter Stacheln, ſchmerzt ſie nicht, Iſt unter'm Gift gefund'ne Seligkeit.

Acota ſchwieg; ſo wie der Saͤnger geendet hatte, erhob ſich die reizvolle Prinzeßin langſam und zitternd von ihren Polſtern, zog die Neßel⸗ bluͤthe aus ihrem Buſen hervor, und legte ſie in die Hand des gluͤcklichen Acota, wobei ſie mit vieler Froͤmmigkeit ſprach:es iſt des Himmels Wille.

Wie war es dieſem Acota aber moͤglich auszuſtnden, daß die Prinzeßin eine Neßel⸗ bluͤthe am Buſen hatte, fragte der Paſcha, kein Menſch koͤnnte das errathen haben. Ich kann mir das nicht erklaͤren. Du etwa, Muſta⸗ pha? 5

Deine erlauchte Hoheit ſagt ſehr richtig, daß kein Menſch im Stande geweſen waͤre, ſo etwas zu errathen, erwiederte Muſtapha. Es laͤßt ſich nur auf die eine Weiſe erklaͤren, daß die Prinzeßin ihre Abſicht ihm mitgetheilt haben mußte, als beide allein mit einander in den Koͤniglichen Gaͤrten waren.