—-— 225—
renverfendungen fuͤhrten, die kaum vierzehn Tage vorher von eben dieſem Hafendamme verſchifft waren; dagegen konnte aber auch der Renegat dem Vezir jedesmal eine voͤllig befriedigende Erklaͤrung der Sache vorbringen, und nachdem ein Jude, der den Gedanken nicht ertragen konnte, ſein Eigenthum ohne Gegen⸗ vorſtellung zu verlieren, auf den Pfahl geſteckt worden, zuckten die Leute nur mit den Ach⸗ ſeln, ſagten aber kein Wort.
Jezt ſiel Muſtapha ein, daß dieſer Selim vielleicht faͤhig waͤre, ihm bei ſeiner Abſicht be⸗ huͤlflich zu ſeyn. Der Mann ſprach ſchnell und laut, ruͤhmte ſich ſeiner Großthaten, kraͤuſelte
ſeinen Schnauzbart, wenn er die aller unwahr⸗
ſcheinlichſten Angaben beſchwor, und war ein Gegenſtand allgemeinen Entſezens und Ab⸗ ſcheues geworden, ſeitdem der Vezir ihn in ſeinen Schuz genommen hatte. Muſtapha ließ ihn rufen und ſragte ihn zur Einleitung, ob er jemals die Arabiſchen Naͤchte geleſen habe.
„Ja Vezir,“ erwiederte der Renegat,„viele Jahre fruͤher als ich Tuͤrke wurde.“
I. 15
—ͤ——


