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nicht aber die guten, noch die boͤſen Thaten und eben ſo wenig die Talente, durch welche
jene erlangt werden. Dieſe leztern beſizen wir nur wie eine Leibrente, denn mit unſerm Tode, ſchwindet das Kapital. Die Ariſtokratie mit allen ihren Abſtufungen iſt zur nuͤzlichen Ver⸗ knuͤpfung der menſchlichen Geſellſchaft eben ſo nothwendig, als die verſchiedenen Rang⸗Grade zwiſchen dem Feldherrn und dem gemeinen Soldaten im Heere weſentlich erfordert wer⸗ den. Alſo frage man niemals, weshalb dieſer oder jener Mann uͤber ſeine Mitmenſchen er⸗ hoben worden iſt; ſondern man danke dem Himmel an jedem Abende, wenn man ſich nie⸗ derlegt, daß man nicht„Herrſcher“ iſt. Als Abſchweifung mag mir erlaubt ſeyn von einem Ehrenzeichen unſers Landes zu reden, welches ich niemals erblicken kann, ohne in ſehr ernſtes Nachdenken zu gerathen. Dies Ehrenmal iſt die„Bluthand“ im rechten Oberſchilde eines Baronett, die, das muß ich zugeben, jezt von vielen im Wappen gefuͤhrt wird, die vielleicht ihr ganzes Leben hindurch die Haͤnde nicht im Zorne erhoben haben. Meine


