Teil eines Werkes 
1. Theil (1835)
Entstehung
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durch dieſes ploͤzliche Verſchwinden, durch dieſen augenſcheinlichen Tod; doch der Dampf welcher mich umgab ſo wie das immer ſchwaͤcher wer⸗ dende Geſchrei meiner Mutter rief mich zur Beſinnung und ich eilte zu ihrer Huͤlfe.

Aus der Kajuͤtenluke drang ein ſtark brandig riechender dicker Rauch hervor, und ſtieg, weil jezt Windſtille eingetreten war in einer dichten Saͤule grade zum Himmel empor. Ich verſuchte hineinzugehn, fand dies aber unmoͤglich ſobald ich mich der Rauchſaͤule naͤherte; ich wuͤrde in Zeit einer halben Minute haben erſticken muͤßen. Was die meiſten Kinder in ſolcher Noth und Angſt gethan haben wuͤrden, that ich auch, ich ſezte mich nieder und weinte bitterlich. Nach etwa zehn Minuten zog ich die Haͤnde ab, mit denen ich mein Geſicht bedeckt hatte, und blickte zur Kajuͤtenluke. Der Rauch war verſchwunden, alles war ſtill. Ich nahete mich dem Eingange und fand daß ich den Geruch, wiewohl er unmaͤßig ſtark war, dennoch ertragen konnte. Ich ſtieg die drei Stufen hohe kleine Leiter hinab und riefMutter! aber mir wurde keine Ant⸗ wort. Die am hintern Schiffsbalken befeſtigte Lampe mit einer Glashuͤlle verſehen, brannte immer noch, und deutlich konnte ich jeglichen