Teil eines Werkes 
1. Theil (1835)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

trank ich ſtets viel reichlicher, weil mich duͤnkte hier ſey das Waßer klarer und ſuͤßer. Nach dem Kabeltau hatte ich im Vorderſchiffe geſehn ob alles in Ordnung ſey und weil ich nun nichts mehr zu thun hatte, ſtreckte ich mich auf dem Verdecke aus, und uͤberließ mich den tiefen Traͤumereien eines eilfjaͤhrigen Knaben. Ueber mir betrachtete ich die matt funkelnden Sterne, die mir von Zeit zu Zeit erloͤſcht ſchienen und dann wieder auf's neue erglaͤnzend. Ich war in Verwunderung daruͤber verloren, zu wißen, woraus ſie gemacht waͤren und wie ſie dahin kaͤmen, als ein lauter Schrei mich ploͤzlich aufſchreckte, ich bemerkte zugleich ſtark brandigen Geruch. Das Geſchrei ward einige⸗ male wiederholt und ich hatte kaum die Zeit zum Aufſpringen gehabt, als mein Vater aus der Kajuͤte hervor uͤber den Seitenbord des Lichters ſtuͤrzte und unter dem Waßer verſchwand. Waͤhrend er mir vorbeirannte erhaſchte ich einen Blick ſeiner Geſichtszuͤge, die Furcht und Be⸗ rauſchtſeyn verriethen. Ich lief zu der Seite an welcher er verſchwunden war, konnte aber nichts gewahren als ein paar ringelnde Waßer⸗ kreiſe, denn raſch fluthete die Ebbe hinab. Einige Sekunden ſtand ich erſtarrt und verwirrt